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Im III. Quartal 2011 sind die Bauzinsen auf die historischen Tiefststände aus dem September 2010 zurückgefallen. Nur im September 2005 war Baugeld ähnlich preiswert. Immobilienfinanzierungen in Deutschland profitieren damit von der Schuldenkrise, denn sowohl die US-Notenbank Fed als auch die EZB arbeiten nach Kräften daran, die Umlaufrenditen und damit die Zinskosten für Staatsanleihen am Boden zu halten. Schauen wir uns das einmal genauer an.
Die US-Notenbank Federal Reserve:
Die Fed befindet sich in schwierigem Fahrwasser, weil die US-Konjunktur einfach nicht anspringen mag. Die größten Problemherde sind hier die hohe Arbeitslosigkeit, die hohe private und öffentliche Verschuldung sowie die problematische Entwicklung des Immobiliensektors. Diese Problemherde begünstigen sich gegenseitig, weshalb ein Durchbrechen dieser Spirale hochkomplex ist.
Die Fed hält den Leitzins seit 2008 auf dem Niveau 0 bis 0,5%. Exit-Strategien wurden zwischenzeitlich zwar besprochen, aber immer wieder verworfen. Dass sich der US-Leitzins auf absehbare Zeit ändern wird, ist unwahrscheinlich.
Zugleich weitet die Fed ihr Bilanzvolumen immer mehr aus, indem sie im Zuge der Pakete "Quantitative Easing", "Quantitative Easing II" und jetzt "Twist" US-Staatsanleihen und hypothekenbesicherten Wertpapiere erwirbt. Das hat bislang den erwünschten Effekt, dass die Umlaufrendite und damit die Refinanzierungskosten für die USA am Boden bleiben.
Die Europäische Zentralbank Die EZB ist anders als die Fed ausschließlich der Preisstabilität verpflichtet. Bis ins II. Quartal 2011 hat sich die EZB auch fast ausschließlich hieran orientiert. Es fanden zwei Leitzinsschritte auf 1,25% und jetzt 1,50% statt.
Seit dem III. Quartal scheint die EZB aber eine ähnliche Vorgehensweise wie die Fed einzuschlagen. Die EZB hat mit dem umstrittenen Ankauf von Staatsanleihen begonnen, gleichzeitig wurde mit dem EFSF ein Instrument geschaffen, welches ebenfalls Staatsanleihen parken kann. Im Unterschied zu den USA refinanzieren sich die einzelnen Euroländer selbst, was zu stark unterschiedlichen Refinanzierungskosten führt. Während die Triple-A-Länder wie Deutschland und Frankreich immer weniger Zinsdienst für ihre Anleihen leisten müssen, werden die ohnehin angeschlagenen Euro-Periphäre-Staaten Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Italien abgestraft. Ein Dilemma, aus dem auszubrechen jetzt der EFSF in Kooperation mit dem IWF versucht.
Fazit
Die Strategien in den USA und in Euroland ähneln sich zusehends. In beiden Fällen werden Staatsschulden auf die Notenbanken bzw. auf den EFSF verlagert. Im Grunde kann man dies als das "Drucken von Geld" bzw. als das Bekämpfen der Schuldenkrise mit noch mehr neuen Schulden bezeichen. Das ist nichts anderes als die lehrbuchmäßige Bodenbereitung für eine anziehende Inflation. Nur versagt hier bislang das Lehrbuch, da das Ziel, die Umlaufrenditen am Boden zu halten bislang ja mehr oder weniger erreicht wird.
Am Beispiel des relativ deutlich höher verschuldeten Japans sieht man, dass das über viele Jahre hinweg gutgehen kann. Wohlgemerkt: kann.
Das Gefährliche am jetzt eingeschlagenen europäischen Weg ist, dass durch die Hilfskonstruktion EFSF mittelfristig auch die Ratings der großen Kernstaaten wie Deutschland und Frankreich in Mitleidenschaft gezogen werden können. Und spätestens dann dürften die Marktteilnehmer reagieren. Es ist fraglich, ob die EZB in einem solchen Fall, die Mittel hat, gegenzusteuern.
Zur Handlungsempfehlung…
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